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Die sogenannte „Nacht darüber geschlafen“ habe ich jetzt, doch trotzdem fehlt mir nach wie vor die zündende Idee unter welchem Leitmotiv ich diesen letzten traurigen Artikel der Saison 2008/2009 schreiben soll. In der Trommelhölle von Milkau standen sich, die Dramaturgie der Ansetzung hatte es so gewollt, die letzten drei der Liga gegenüber. Fakt war auch Folgendes. Gewinnen wir unser Spiel bleiben wir in der Liga, gewinnt Milkau beide Spiele bleiben sie drin und gewinnt Delitzsch bei gleichzeitiger Niederlage von Lok im ersten Spiel bleiben sie drin. Sätze, kleine Punkte und weitere Rechenexempel waren obsolet!
Mit seit langer Zeit wieder voller Kapelle traten wir zum Abstiegsgipfel an. Neben den Trommelterror der Milkauer, hatte Delitzsch seine dritte Mannschaft mitgebracht und diese feuerten im ersten Spiel natürlich Milkau mit an. Demnach war es höllisch laut und eine Verständigung war nur mit Zeichen möglich, sofern man diese deuten kann. Worte von der Bank oder quer über das Spielfeld wurden verschluckt im Rhythmus der Pauken und Tröten. Wahnsinn, aber irgendwie geil und nur auf dem „Dorf“ möglich. Während sich bei unseren Heimspielen maximal die Spielerfrauen oder ein Schiedsrichterbeobachter in die Halle verirren, waren gestern 100 Leute in einer doch überschaubar großen Halle.
14:00 Uhr der Anpfiff zum Abpfiff der Lokgeschichte in der SK West. Zunächst verschlafen wir den Anfang und liegen mit 3-4 Punkten zurück. Nach diesem ersten Abtasten kommt die Lok langsam in Fahrt und punktet ein ums andere mal mit dem Block, der sich hervorragend auf die Diagonalangriffe der Milkauer eingestellt hatte. Ebenso war unsere Annahme recht stabil und kam mit den wirklich einfachen Aufschlägen gut zurecht. Mitte des Satzes spielten wir uns einen Vorsprung heraus und ließen in Block und Angriff nicht nach. Belohnung war der Satzgewinn und ein gutes Gefühl in der Höhle des Löwen zu bestehen. Doch wie immer wiederholt sich Geschichte. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Story jetzt schon geschrieben habe und ich komme mir vor wie ein tibetanischer Mönch vor einer Gebetsrolle, der seine Worte immer wieder in Trance murmelt. 8:1 stand es auf einmal. Da stehst du auf dem Feld und fragst dich, wieso, weshalb, warum – doch wer nicht weiter liest bleibt dumm! Vor allem unsere Außenangreifer über Position vier taten sich zunehmend schwerer und scheiterten ein ums andere mal an dem besser werdenden Block der Milkauer. Der Drops war schnell gelutscht und Satz zwei verloren. Mit 19:25.
Satz drei dann wieder das umgekehrte Spiel. Souverän drängten wir Milkau unser Spiel auf und punkten mit fehlerfreiem Spiel. Schnell nahmen die Mittelsachsen ein Auszeit, später die zweite und wechselten durch. Doch der Satz lief für uns. 24:19 stand es, doch erst nach drei Versuchen konnten wir den Satz nach Hause holen. Ein Satz fehlte noch zum Klassenerhalt.
Satz vier, dann das Desaster, Drama, Unglück – wie auch immer. Analog zu Satz zwei steigern wir uns ungemein in der Fehlerverursachung, anstatt in der Fehlervermeidung. Wir sind gezwungen über die gesamte Dauer des Satzes einem drei bis vier Punkte Rückstand hinterher zu hecheln. Die Milkauer kämpften aber wackerer und hielten uns auf Distanz. 22:24 gegen uns, als ein Monsterblock und eine erfolgreiche Feldabwehr uns den 24:24 Punkteausgleich brachten. Noch einen Block später hatten wir Matchball. Trommeln, Lärm, Tunnelblick – jetzt zählte es. Die stärkste Reihe am Netz. Der Block war gebongt. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und, ja hier muss ich es schreiben, am Ende kackt die Ente (ja!!!!!!). Milkau macht den Punkt zum 25:25. Annahme Lok, Schnellangriff über Mitte – ins Aus! Satzball gegen uns. Annahme Zuspiel Kralle, zu weit im Rücken, Angriff ins Aus! Vorbei der Satz und Tiebreak. Der vierte aus den letzten vier Spielen.
Frust in der Wechselpause ob der vergebenen Chance. Es sollte die letzte sein an diesem Tag. Der Tiebreak starten mit einem 0:4 gegen uns. 1:4 und unser erster Punkt. Milkau jetzt im Rausch und Leipzig mit Rausche. Doch der hilft heute nicht! 2:6, 3:8, Seitenwechsel. Beim 4:10 resigniert die Lok, es folgen das 4:12 und 5:12. Der letzte Punkt von uns. Vollkommen desolat ergeben wir uns unserem Schicksal und dem Abstieg. 5:15 und Milkau klammert sich verbissen an den Strohhalm Klassenerhalt.
Diesen Strohhalm verteidigen sie auch erfolgreich gegen Delitzsch. Diese ergeben sich ebenso ihrem Schicksal und liegen schnell 0:2 nach Sätzen zurück. Zwar schaffen sie noch den Satzausgleich, aber im Tiebreak waren auch sie heute ohne Chance gegen eine aufopfernd kämpfende und geschlossen auftretende Mlkauer Mannschaft. Diese haben sich heute den Klassenerhalt erkämpft.
Und wir haben ihn heute nicht verspielt. Dessen waren wir uns alle bewusst. Heute war es ein Quäntchen Glück vielleicht, doch über den gesamten Saisonverlauf, waren es fehlende Konstanz und zu hohe Eigenfehlerquote. Spielerisch haben wir es drauf. Doch gezeigt haben wir es nur in fünf Spielen – die haben wir gewonnen.
Tschüß SK West, hallo Bezirksliga. Lok ist wieder da. Und wir sind motiviert in einer starken Bezirksliga 09/10 anzugreifen. Die Lok wird dampfen. Jetzt ist sie zur Inspektion. Doch abgewrackt wird sie nicht! Dafür ist sie zu gut erhalten.
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2 Kommentare
Immer die ollen Milkauer...so werden in der BL wohl 3 Mannschaften gen Keller fahren. Immerhin wird dann die Bezirksliga nächstes Jahr noch ausgeglichener und die Spiele noch geiler. Oder eben nicht. Noch habt ihr die Chance. Wrackt die alte Lok ab und kauft euch ne Green Machine. Die gibs im Angebot!
Danke Jungs. Es hat gestern nicht geklappt, doch diesmal haben wir echte Größe in der Niederlage gezeigt. Es gab keine Schuldzuweisungen untereinander. Emotionen haben wir gezeigt, gut so, das muss so sein. Doch waren wir nach dem Spiel trotzdem noch ein Team und haben den Abend in der richtigen Kneipe, mit dem richtigen Namen "Idyll", ausklingen lassen. Da war keine Trauer in den Augen. Da habe ich das Glänzen in den Augen gesehen. Danke dafür! Danke für "ein Team"!
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