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Es war angerichtet - das Herrengedeck. Jede Menge Herren der Schöpfung betraten am Samstag ein letztes Mal den Lokschuppen. Mit dem Bummelzug kamen die Jungs vom GSVE II. Das zu unserer großen Überraschung, sollten sie doch das erste und an diesem Tag eigentlich entscheidende Spiel haben. Doch die S-Bahn aus dem Tresenwald war irgendwie schneller und wollte unbedingt zuerst aufs Abstellgleis geschoben werden. So sah es zumindest unser Inspektionszettel von Tor 1, der Direktannahme, vor. Die Eigentümer der Tresenwalder S-Bahn hatten aber nicht die Abfrackoption bestellt, die wir Ihnen verkaufen wollten. Es entbrannte ein bitterer Streit in Form eines spannenden Volleyballspiels.
83ste Geburtstage (Mittelblocker), Urlaube mit der Frau und dem Kinde (Mittelblocker), selbstdiagnostizierte lebensbedrohliche Lungenentzündung (Mittelblocker) und Auswanderungsgelüste in Asien (Außenangreifer) reduzierten den eh recht dünnen Kader der Lok, so dass er sich selbst aufstellte. Der Nicht-Lustige Erich wurde auf die Mittelblockerposition gestellt und mit Hilfe der ihn umgebenden Außenangreifer im Ping Pong Rhytmus zum Block geschubst. Das lag zum einen an der für ihn ungewohnten Position, als auch an dessen eigener Orientierungslosigkeit. 81m2 können verdammt groß sein, gel Erich. Mit Lars auf Mitte, Diego und Daniel auf Außen und Rausche in der gewohnten Diagonalposition sollte das Bummischubsen beginnen und gegen einen Tabellenletzten brennt da schon nix an. Ja, sicher haben wir beim Hinspiel auch nicht glänzen können und der ein oder andere befand sich auch ihn einem ähnlichen Rauschzustand wie damals, aber Tresenwald?
Anpfiff durch die Schaffner aus Delitzsch und gelungene Ballwechsel auf beiden Seiten. Na heu, die können ja richtig Ballen da drüben. Wir bleiben aber am Ball und halten die Jungs so gut es geht auf Schlafwagenlänge weg. Der richtige Funken wollte aber nicht überschlagen. Eher überschlugen wir uns in internen Ausführungen über die Richtigkeit diverser Handgriffe und deren korrekter Umsetzung - sprich Spielaufbau. Beim 23:19 schien der Bohrhammer auf Betriebstemperatur gekommen zu sein. Ein Kurzschluss beraubte uns plötzlich der Arbeitsgrundlage und die Tresenwalder Ingenieure taktierten sich durch geschickte Stromblockierung zum unmöglichen 23:25 Satzgewinn. Autsch. In Satz zwei das selbe Spiel, wobei wir beim 19:19 einem neuen Hein-Meißel ins Bohrfutter einbrachten. Und der war dann doch noch zu scharf und zu grob für die Tresenwalder Ballingenieure. 25:21 an die Lokomotiven und alles wieder im Lot - also senkrecht, oder waagerecht? Im dritten Inspektionsgang sollte sich unsere Erfahrung als Werkstattmeister im Lokschuppen durchsetzen. Tresenwald verhandelte aber sehr lautstark und hatte gegen jeden unserer Vorschläge etwas einzuwenden. Wenn wie der Meinung waren, der Ball gehört in die Ecke, sagten sie nein, dort nicht, und beförderten das Arbeitsgerät auf den Boden der Werkstatt zurück. Dieses Spiel trieben sie bis zur Spitze und am Ende gaben wir dem Kunden, der ja bekanntlich König ist, mit 25:27 recht. Sollte sich da tatsächlich jemand erdreisten, etwas gegen die Preispolitik im Lokschuppen zu unternehmen. Das konnten wir nicht glauben. Die Endmontage fand dann tatsächlich im vierten Druchgang statt. Tresenwalds Einsprüche und Vorschläge ließen uns resignieren und wir fügten uns zähneknirschend dem Gesetz des Stärkeren. Mit 22:25 gewährten wir dem SV Tresenwald einen 3 für 1 Satz-Rabatt. Erste Niederlage im Lokschuppen, unfassbare Leere und blankes Entsetzen bei Werkstattmeister Rausche!
Noch so einen "Problemkunden" wollten wir uns ersparen. Voller Tatendrang wollte die Werkstattcrew das heutige Tagesumsatzziel noch erreichen. Und der Delitzscher Bummelzug kam uns da ganz recht. Wir drehten den Jungs das ganze Repertoire unsere Sonderaktionen an. Vor allem der Blockschutz tat es uns an. Sie kauften es uns dankbar ab und nach 21 Minuten waren die Vorderachsen gewechselt. Mit 25:20 Gewinn für uns. Jetzt musste natürlich noch die Bremse erneuert werden. Ja, die Bremsbelege waren runter. Dies bewiesen wir mit unseren druckvollen Vorführungen, welche von den Delitzschern kaum gebremst oder entschleunigt werden konnten. Zum Ende beim 24:24 erhob Delitzsch kurz Einwand ob des Kostenpunktes, doch den konnten wir durch geschicktes Spiegeln des Kunden mit 26:24 entkräften. Jetzt hatten wir Lunte gerochen und wollten als Krönung noch eine Zusatzversicherung gegen Durchrosten anbieten. Wir zeigten Delitzsch auf, wie löchrig deren Block ist. Die Jungs um Fahrzeughalter Heiko Bachmann sahen das auch ein und kauften uns diese überteuerte Reparatur mit 25:23 ab. Eine glatte 3:0 Inspektion mit Bremsenwechsel und Rostschutz - Klasse. Tagesziel erreicht.
Der Lokschuppen schließt für diese Saison mit einem dicken Plus und nur einen einzigen Kunden, der unsere Verkaufstaktik durchschaut hat. Respekt an die S-Bahner aus Tresenwald.
Jetzt heißt es Kräfte sammeln und am 8.Mai 2010 den Pokal für den besten Verkäufer noch in den Lokschuppen zu holen. Bis dahin werden wir unser Werkzeug einer Inspektion und vollständigen Inventur unterziehen. »
4 Kommentare
Glückwunsch an die Lok. Glückwunsch zum Meistertitel. Glückwunsch zum Aufstieg. Glückwunsch zum "Titelbild" im Regionalteil (da beherrscht man die Bezirksliga die ganze Saison fast nach Belieben und schafft es doch tatsächlich erst mit einer Klatsche gegen den Tabellenletzten von der Presse wahrgenommen zu werden)
Danke an meine Werkstattcrew. Das hat ein Zahnrad ins andere Zahnrad gegriffen. Die Reklamation von Tresenwald gegen die hohen Preise im Lokschuppen, war berechtigt. Das passiert halt mal. Tolle Saison und ab jetzt nur noch Zugaben!
Glückwunsch an Euch!!! Wir hatten ja auch manchmal einen guten Trainingspartner :0)
vielen dank an meine annahmespieler, die meine "silber"pässe erst ermöglichten, und noch mehr dank an meine geilen angreifer, welche silber zu platin wandelten............ihr seid die geilsten ps.: und erik, du bist nicht lustig!!!!!!!! @mädels: bin stolz auf euch ;-)
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