20 Zentimeter zu wenig im Abfahrtslauf
Geschrieben von Alberto Tomba   
Sonntag, 17. Januar 2010
Active ImageEs heißt ja bekanntlich der Pokal hätte seine eigenen Gesetze. Warum das so ist, wurde am Wochenende beim Bezirkspokalviertelfinale in Grünau offensichtlich. Die Fortuna hatte es gut gemeint und in den Augen des TSV-Trainers für eine "Todesgruppe" gesorgt. Tatsächlich standen sich mit dem Tablellenersten (wir), dem TSV II (momentan 2ter) und Dommitzsch (9ter) drei Bezirksligisten gegenüber. Die mit Abstand interessanteste, hochkarätigste und schwierigste Gruppe. Brisanz kam in die Paarungen, weil die Lokomotiven noch eine Rechnung offen hatten mit dem TSV II, der ihnen die bisher einzige Saisonniederlage zugefügt hatte. Das Tischlein war gedeckt und sehr ansprechend dekoriert.
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Die Lokomotiven hatten sich entsprechend vorbereitet bei den Trainingseinheiten der Woche und waren auf die gute Feldabwehr und das Blockverhalten der TSVler eingestellt. Mit einer auf einigen Positionen kurzfristig umgestellten Mannschaft, gingen wir sehr unbeschwert ans Werk. Marco und Heini auf Mitte, Rausche Diagonal, Thomas und Lars außen und Dico (sorry, aber der musste sein) begannen wir die Pistenabfahrt.
Punkt 14:00 Uhr stießen wir uns aus dem Starthäuschen ab und nahmen mit Doppelblockschüben die Fahrt auf. Die TSV-Slamomstangen umschifften wir hervorragend oder bügelten sie um. 9:0 nach einigen Pistenmetern. Die Lok war gut gewachst und schusselte in Hochgerschwindigkeit den Satz herunter. Kanteneinsatz hier, Druck auf den Außenarm und der Innenarm stabilisierte die Angriffsfahrt. Der TSV wusste gar nicht wie ihm geschah. Mit einfachen Mitteln und in fast perfekter Abfahrtshocke entschärften wir die TSV-Stangen und kamen mit Bestzeit bei der ersten Zwischenzeit an. In 25:17 Punkten waren wir klar Erster.
Im zweiten Teilabschnitt der Abfahrt hatten wir dann einige technische Schwierigkeiten und kamen mit dem vom TSV-Trainer gesteckten Kurs nicht so gut zurecht. Ein ums andere mal hakelten wir fast in die Torstangen ein. Doch unsere Balance auf den (Parkett)Brettern war hervorragend. Beim 14ten Tor kam das Steilstück und wir beschleunigten enorm. 19:14 und die Aussicht auf eine weitere beste Zwischenzeit im Blick nahmen wir weiter Fahrt auf! Die 25:21 Zwischenzeit war die Belohnung.
Im vorletzten Abfahrtsabschnitt verkanteten wir auf einer Eisplatte und schieden fast aus. Nur mit Mühe fanden wir zurück auf die Piste. Doch der Stockeinsatz war zu groß (Stöcke im Rücken) und unsere Abfahrsthocke war mehr als mangelhaft. Bei der letzten Zwischenzeit hatten wir doch tatsächlich einen 21:25 Rückstand.
Das Publikum im Zielbereich wachte langsam auf und tobte mit Trommeln und Trompeten. Das letzte Teilstück war technisch sehr anspruchsvoll und spannend bis zum letzten Tor. Kanteneinsatz hier, wehrhafte Tore und fiese EisBlöcke ließen unsere Ski schlackern und vibrieren. Es brannte in den Oberschenkeln und der bloße Wille trieb uns dem Zielsprung entgegen. 31:32 kurz vor den letzten Metern. Die Lok schrie vor Schmerzen und quälte sich. Ein letztes Tor passiert (32:32) ein guter Zielsprung in schöner Hocke (33:32) und ein Wimpernschlag bei der Zieldurchfahrt zum Bestzeit 34:32.
Revanche geglückt und den TSV auf Distanz gehalten.

Im abschließenden Parallelslamon gegen Dommitzsch sollte aber alles anders werden. Das Spiel sollte den Charakter eines Traingsspieles haben. So fehlten bei uns in der Truppe jetzt auch noch der Lars und auch die Nordsachsen waren nur mit einer Rumpftruppe aufgelaufen. Mir fehlen aber letzlich die Worte um das Geschehen dieses Slamons zu beschreiben.
Die Ampel schaltete auf grün und die Startbox öffnete sich. Wir stocherten ein bißchen im Schnee rum und schlängelten uns um die Tore. Dommitzsch blieb nur mit Mühe dran, wobei wir nur mit 70% spielten. Reiiiiiiiiicchhhht! 25:21 bei der ersten Zwischenzeit. Auch im zweiten Abschnitt beim 23:20 kullerten wir den Hang hinutner ohne zu glänzen. Trainingsleistung reicht! Nu klar! Doch Dommitzsch spielte dann doch Spielverderber. Irgendwie schlungerten wir ums falsche Tor und schwupp 25:27 Rückstand nach der zweiten Zwischenzeit. Hallo, reichts noch? Also ein paar Sprüche und Gas geben und ab zum Apresvolleyball! Gesagt getan. Wieder ein bisserl mehr in die Abfahrtshocke und Fahrt aufgenommen. 25:17 nach der dritten Zwischenzeit. Alles im Lot, reiiiiiiiiicht! Die letzten Tore sollten jetzt also spielend gemeistert werden. Also schon mal die Fahne vom Publikum abgeholt, reiiicht, denn Dommitzsch ohne wirkliche Beschleunigung. 24:18, ein Tor, noch 20 Zentimeter, Entschleunigen und Feiern - Apresvolleyball, Final Four - reicht!
DENKSTE! Vom gegnerischen EisBlock ins AUS - nein! noch eine Handbreit Lok zwischen Ball und Boden! Wir stolpern, fallen hin und fallen böse auf den Po. Es ist wie in einem Alptraum! Du willst dich bewegen, schreien und du kannst nicht. Dommitzsch gleitet auf den vom Wintersportland Norwegen geborgten Ski heran und vorbei. Und ist am Ende sogar noch vor uns im Ziel. 24:26 und Dommitzsch ist vorn und bleibt es.
Sie rutschen ins Ziel und wir sind irgenwie fassungslos. 15:13 bei der finalen Zieldurchfahrt. Reicht halt nicht!

Die Zwischenzeiten im Überblick:
Lauf 1: Lok 25:15, Lok 25:21, TSV 20:25, Lok 34:32
Lauf 2: Lok 25:21, DSV 25:27, Lok 25:17, DSV 24:26, DSV 13:15

Und auch unsere Mädels ziehen ins Final Four ein. Sie gewinnen souverän mit 3:0 gegen den TSV III.

Fazit: Final Four trotzdem erreicht. Mehr nicht. Und! Ende ist, wenn der Schiri pfeift!
» 2 Kommentare
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Kommentar von K Jack (DSV) am Montag, 18. Januar 2010 07:13
Ja, war ein schicker Parallelslalom, schade nur, daß wir gegen den TSV nicht mehr die Kraft hatten, unsere Skischuh anzuziehen. Barfuß waren wir dann einfach platt.
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"Reiiichht!" von Nr.8 am Sonntag, 17. Januar 2010 15:16
Geiles Spiel und vor allem faires Spiel gegen den TSV. Hat richtig Spaß gemacht. Sagt sich leicht als Sieger, ich weiß! 
Und irgendwie auch ein geiles Spiel gegen Dommitzsch - sowas habe ich auch noch nicht erlebt. 
Naja in 14 Tagen gibts die gleiche Auflage, garantiert nur 2 Spiele ( (-; ). Dann im Lokschuppen!
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